Über die Reise meines Lebens

13 years ago the walk of my life ended. And began.


Etwa 2500 km zu Fuß. Von Nordfrankreich über die Pyrenäen. Die spanische Küste über Santiago bis nach Muxía.


42,5 kg habe ich gewogen als ich los bin und ich weiß bis heute nicht, wie ich den 13 kg-Rucksack zu Beginn gestemmt habe. Aber ich wusste, ich musste den körperlichen Schmerz fühlen um meiner Seele die so sehr trauerte irgendwie Linderung zu verschaffen. Ich wusste damals nicht, ob ich wieder nach Hause kommen würde. Aber ich wusste ich muss es herausfinden und dafür diesen Weg gehen.


Und neben all dem, über was ich auch schon ein paar Mal geschrieben habe, ist es heute für mich vor allem auch ein Weg meiner Spiritualität. So viele Antworten auf die Fragen, die mich damals rennen haben lassen, habe ich bereits gefunden. Und wo keine Antworten sind, ist das Vertrauen noch tiefer geworden.


Das Vertrauen auf einem Weg zu sein und sich gleichzeitig im Gehen angekommen zu fühlen. Den Weg zu genießen. Daran darf ich mich auch heute immer wieder erinnern.


Und seit meiner Schwangerschaft mit Bonnie hat sich nochmals so viel verändert. Nichts mehr hinterher zu rennen, zu ziehen. Unbedingtes Wollen mit der Entspanntheit, dass es kommt und eh da ist.


Ich erinnere mich an den Tag ehe wir nach Santiago kamen. Meine liebe Rachel, die ich auf dem Weg in Spanien gefunden habe und ich starteten vor Sonnenaufgang um noch einen Platz in einer der Herbergen zu bekommen. Wir liefen und liefen aber von der kleinsten Herberge bis zum 5* Hotel fanden wir kein einziges Bett. Und obwohl ich die Monate vorher an den abenteuerlichsten Orten geschlafen hatte, ergab sich einfach NICHTS. Und so liefen wir und liefen. Als es Abend wurde tranken wir noch eine Cerveza und liefen weiter. Weiter als die Erschöpfung, so weit bis die neue Energie einsetzte und dann noch ein bisschen darüber hinaus. Durch die Nacht und irgendwann wie von selbst.


Und als wir früh am nächsten Morgen auf dem Hügel vor Santiago eine Unterkunft fanden hatten wir 63km hinter uns und Santiago zu Füßen.


Ich weiß, zu was ich fähig bin und es war ein langer Abschied von der kämpferischen Art, es zu leben. Loszulassen von dem Wissen es auf die Art zu machen, die mich bislang überleben hatte lassen. Anzunehmen im freien Fall. Antworten zu bekommen, ohne die Fragen immer wieder zu stellen.


Und auf dem neuen Weg der Leichtigkeit und Weichheit wieder und wieder die neuen Bewertungen loszulassen. Zu vergeben. Mich neu anzunehmen und die andere anzuerkennen und in Liebe zu hüllen.


Für diesen Wahnsinns-Kampf.

Für ihren unbändigen Mut.

Für ihre Härte und Disziplin.

Für diese 2.500 km, das Loslassen aller alten Träume, das Loslassen dieses einen Menschen.


Sie ist für das gegangen, was dann folgen konnte.

Sie hat mir den Weg geebnet zu allem, was ist.